Monatsarchiv Juni 2020

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Google-Updates aus SEO-Sicht — Fluch oder Segen?

Updates des Google-Algorithmus bewirken potenziell starke Veränderungen auf SEO-optimierten Blogs und Webseiten. Ob das nun gut oder schlecht für dich als SEO ist, hängt ganz vom Zustand deiner Webseite ab. Doch klären wir zunächst, worum es hier überhaupt geht.

Was ist ein Google Update?

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Google sogenannte “Core Updates”. Das sind Verfeinerungen jenes Algorithmus, der das Ranking des Webs für bestimmte Suchbegriffe bestimmt. Diese Verfeinerungen basieren auf der ständigen Qualitätskontrolle der Such-Ergebnisse, die Google permanent selbst durchführt. Auch adressieren sie die sich ständig verändernden Anforderungen des modernen Webs — beispielsweise die zunehmende Wichtigkeit der Optimierung von Webseiten für Mobilgeräte oder sich ändernde Datenschutz-Anforderungen.

Google Updates

Welche Art Google Updates gibt es?

Mögliche Google-Updates sind:

  • Permanente Updates: Tägliche Updates, die der Erhöhung der allgemeinen Suchqualität dienen
  • Updates bzgl. technischer Anforderungen: Updates, die die Optimierung einer Webseite für Mobilgeräte, Geschwindigkeit, Sicherheit (SSL) und ähnliches adressieren
  • Updates bzgl. rechtlicher Anforderungen: Updates, die der Konformität von Webseiten bestimmter Länder mit der aktuellen Rechtssprechung dienen (Stichwort DSGVO)
  • Updates bzgl. der Semantik von Suchanfragen: beispielsweise zur Unterscheidung allgemeiner vs. lokaler Suchanfragen (Restaurants, Tankstellen, etc.)
  • Updates zur Erkennung von Manipulationen: beispielsweise zur Verringerung der Rankings von Webseiten mit unnatürlichem Backlink-Profil

Neben diesen Kern-Updates, die Webseiten aller Gattungen und Themenfelder betreffen, gibt es auch themenbezogene Updates, die sich auf Webseiten ganz konkreter Industrien und/oder Themen konzentrieren. Unabhängig davon, welche Art Webseite diese Updates jeweils verstärkt betreffen: früher oder später wirst Du die Auswirkungen eines Google Updates spüren.

Was sind konkrete Google Updates der letzten Jahre?

Die zuvor genannten Arten von Google Updates finden sich in der Update-Historie von Google wieder:

  1. 2011 – Panda Update: Erkennung minderwertigen Contents mit geringer Nutzer-Akzeptanz
  2. 2012 – Penguin Update: Erkennung von Manipulationen des Backlink-Profils von Webseiten
  3. 2013 – Hummingbird Update: Semantisches Update zur Berücksichtigung der Suchintention des Nutzers
  4. 2014 – Pigeon Update: Berücksichtigung des Standortes des Nutzers bei Auslieferung von Suchergebnis-Seiten
  5. 2015 – Mobile Update: Unterscheidung von Desktop- und Mobilversion einer Webseite
  6. 2018 – Medic Update: Update zur kritischeren Bewertung von Webseiten “Your Money Your Life” (YMYL)-Inhalten
  7. 2019 – BERT Update: Update zur besseren Erkennung natürlicher Sprachen (optimiertes semantisches Verständnis von Anfragen)
  8. 2020 – May 2020 Core Update: Stärkeres Augenmerk auf “Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness” (EAT), wohl vorrangig in Bezug auf die Aussonderung von Webseiten, die falsche medizinische Informationen im Rahmen der Corona-Krise weitergeben

Wir wissen nie genau was die jeweiligen Updates zum Inhalt haben. Auch ist diese Liste keineswegs vollständig. Sie gibt jedoch einen Eindruck darüber, wie Google arbeitet. Das folgende Video kann dir einen Eindruck vermitteln, was Google mit dem jüngsten Update aus 2020 bezweckte.

 

Sind Google-Updates gut oder schlecht?

Um die Frage zu beantworten, ob Du Freund oder Feind von Google Updates seins solltest, stellt sich zunächst die Frage der Perspektive.

Aus Sicht eines Anwenders, sprich desjenigen, der Suchbegriffe in eine Suchmaschine eingibt und dazu passende Ergebnisse erwartet, sind Google Updates in der Regel gut. Schließlich ist dies auch genau das Ziel der Feinjustierung des Algorithmus, das Google erreichen möchte.

Aus Sicht eines SEOs, kann sich ein Google Update wiederum sowohl vor- als auch nachteilig äußern. Frag dich daher: welche Methoden nutzt Du als SEO, um deine Webseite gegenüber Google voran zu bringen?

Die Frage ist: wie viel Manipulator steckt in dir als SEO?

Hast Du in der Vergangenheit viel Augenmerk auf die (selbst verursachte) Erhöhung deiner Backlinks gelegt, Links eingekauft und/oder deinem Content nur soviel Aufmerksamkeit geschenkt wie zwingend nötig war, wirst Du von einem Google Update kaum profitieren. Genau solche Seiten möchten diese Algorithmus-Optimierungen erkennen und ihnen künftig weniger Traffic zukommen lassen als anderen, nutzerzentrierteren Seiten.

Wenn Du als SEO hingegen deinen Content in den Vordergrund gerückt, rechtliche Notwendigkeiten beachtet, deinen Blog oder deine Webseite für verschiedene Geräte optimiert und den Backlink-Aufbau organisch hast passieren lassen, kannst Du auf kurz oder lang von sämtlichen Google Updates nur profitieren.

Wer oder was steht für dich im Zentrum deines SEO-Universums?

Um vor künftigen Google Updates keine Angst haben zu müssen, sondern dich im Gegenteil darauf freuen zu können, darfst Du dich auf möglichst ehrliche Weise fragen: wen stellst Du in den Mittelpunkt — deine Traffic-Ziele oder deine Besucher?

Erinnere dich: Google hat kein Interesse daran, dir möglichst viel oder möglichst wenig Traffic zukommen zu lassen. Google möchte schlichtweg sicherstellen, dass der Nutzer genau die Webseiten vorgeschlagen bekommt, die zu seiner Suchanfrage passen. Es ist also immer nur die Frage, welchem Besucher kannst Du am meisten dienen, und wie genau kannst Du diesen Nutzen sicherstellen?

Ein für dich passender Besucher sollte im Zentrum deiner SEO-Aufwände stehen. Dann ist jedes Google Update dein bester Freund.

Google belohnt daher implizit eine solide SEO-Methodik und die Schöpfung hochwertiger Webseiten.

Das Google Update-Fazit

Was wir als SEOs als Google Update kennen sind natürliche Iterationen der Reifung einer Suchmaschine. Sie sind das technische Äquivalent für das was die Natur als natürliche Mutationen vorhält, um sich der Umgebung bestmöglich anzupassen.

Frage dich möglichst nie, wie Du die aktuellen Änderungen des Algorithmus bestmöglich ausnutzen kannst. Frage dich stattdessen, was Du dir als Nutzer auf und von deiner eigenen Webseite am ehesten wünschen würdest, und wie sehr Du diese Anforderungen bereits erfüllst. Tust Du das nicht: Optimiere deine Webseite entsprechend. Das nächste Google Update wird es dir danken.

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Backlinks – Was, wie, warum und womit?

In unserer SEO-Rubrik haben wir schon oft von den Dingen gesprochen, die Du im Rahmen einer strukturierten SEO-Methodik für die Suchmaschinen-Optimierung deines Projektes beachten solltest.

Hier hatten wir unterschieden in Punkte, die auf und außerhalb deiner Webseite umzusetzen sind.

Backlinks im Rahmen eines übergeordneten SEO-Verständnisses

Rufen wir uns noch einmal zwei wesentliche Gestaltungsebenen eines SEO-bedachten Web-Projektes ins Gedächtnis:

  1. Aspekte auf deiner Webseite: Inhalte, Struktur, Ergonomie, Usability, Performance, Sicherheit, Datenschutz, Pflichtangaben, etc.
  2. Aspekte außerhalb deiner Webseite: Präsenz in sozialen Netzwerken, Backlinks, u.a.

Für Details ließ gern noch einmal unsere SEO-Checkliste.

Backlinks liegen hier also klar außerhalb deiner Webseite, sind damit jedoch nicht automatisch außerhalb deines Einflussbereiches.

Was sind Backlinks?

Unter einem Link verstehen wir selbstverständlich die Verbindung zwischen zwei Webseiten mittels anklickbarem Hyperlink. Du setzt solche Links entweder intern von einem Blog-Artikel zu einem anderen, oder Du setzt einen externen Link zu einer anderen Webseite.

Wenn dich eine andere Webseite wiederum verlinkt, dann ist das eine Referenz des Webs zurück zu dir — und daher der Name Backlink.

Warum sind Backlinks wichtig?

Um die Frage zu beantworten, weshalb Du Backlinks überhaupt Beachtung schenken solltest, ruf dir wieder in Erinnerung, was eine Suchmaschine wie Google eigentlich erreichen möchte.

Google hat kein Interesse daran deine Seite besonders gut oder besonders schlecht zu ranken. Das Ziel einer Suchmaschine ist stets dem Nutzer ein Ergebnis zu liefern, das möglichst gut zu seiner Anfrage passt. Deine Webseite muss also eine Relevanz zu einem bestimmten Thema haben.

Ein Mittel, diese Relevanz zu überprüfen, ist die Sichtung der Themen, mit denen sich dein Blog beschäftigt. Wie deine Blog-Artikel untereinander verlinkt sind gibt Google (schon über den Begriff, über den sie verlinkt wurden) Aufschluss darüber, mit welchem Thema sich deine Seite beschäftigt.

Kette mit Verbindungsgliedern

Starke Links

Doch eine rein thematische Einordnung gibt Google noch kein Indiz darüber, wie wertvoll deine Beiträge letztlich für einen Besucher sind.

Wenn nun jedoch mehrere andere thematisch gleich aufgestellte Seiten auf dich verlinken, dann unterstellt Google eine gewisse Autorität deiner Seite in Bezug auf das Thema, mit dem Du dich inhaltlich auseinandersetzt.

Deshalb sind Backlinks ein wichtiger Einflussfaktor für das Ranking deiner Seite und somit wichtig für dein SEO-Vorhaben.

Was sollte ich beim Aufbau von Backlinks beachten?

Grundsätzlich solltest Du den Aufbau von Backlinks nicht erzwingen. Links von anderen Seiten entstehen automatisch, je mehr dein Content an Qualität und Quantität reift und gedeiht. Doch natürlich startet jedes neue Web-Projekt von null, und deshalb möchten wir dir gleich einige Tipps an die Hand geben, wie Du ein gesundes Backlink-Profil aufbauen kannst, ohne dein Glück zu forcieren.

Doch zunächst sollen dir folgende Punkte als Wegweiser dienen:

  1. Organische Links entstehen ohne dein Zutun. Vertraue darauf, dass dich andere Webseiten verlinken werden.
  2. Betreibe keinen Link-Tausch. Google erkennt inzwischen sehr gut, welche Seiten-Eigentümer eine gewisse “Nähe” zueinander haben, und ob sie die SEO-Stärke ihrer eigenen Webseite ausnutzen, um anderen zu helfen.
  3. Nimm kein Geld für einen Link an, den Du auf eine andere Seite setzt.
  4. Biete niemandem Geld für einen Link an, der auf ihrer Seite erscheint.
  5. Schreib keine Gast-Artikeln zu anderen Blogs, die sich inhaltlich kaum unterscheiden, oder in gleicher oder ähnlicher Form sogar schon bei dir oder anderen Webseiten erschienen sind.
  6. Trag deine Webseite nicht massenhaft in Link-Netzwerke ein. Solche Backlinks haben eine sehr geringe Qualität und können in zu hoher Quantität dem Google-Ranking sogar abträglich sein.
  7. Lass dich nicht gezielt von anderen Seiten über Moneykeywords wie “Online Geld verdienen” oder ähnliches verlinken. Google erkennt diese heute sehr gut und schreibt ihnen wenig Bedeutung zu.
  8. Achte stets darauf, dass dein Backlink-Profil nicht zu einseitig wird. Der Ankertext deiner Verlinkungen sollte mal bestehen aus dem Markennamen, dann aus einer Quellenangabe, einer Empfehlungsseite, einem Artikel, und mal wieder einfach aus der URL, und hier jeweils versehen mit sowohl rel=”nofollow” als auch rel=”follow”. Das ergibt ein organisches Backlink-Profil.

Am letzten Punkt siehst Du schon: das beste Backlink-Profil wächst völlig von selbst und ohne dein Zutun.

Wie kannst Du gezielt Backlinks aufbauen?

Wenn Du die oben genannten Punkte alle vermeiden sollst fragst Du dich womöglich: was bleibt übrig? Nun, es gibt durchaus einige Punkte, die Du tun kannst, ohne deine Backlinks zu manipulieren:

  1. Schreib zwei bis drei sehr gut recherchierte Artikel, die Du anderen Blogs als Gastartikel vorstellst. Diese Blogs sollten ein möglichst hohes Ansehen haben: hohes Domain-Alter, thematische Fundiertheit, redaktionelle Prüfung. Hier gilt: je schwerer Du rein kommst, desto höher ist die Chance, dass Du einen positiven Effekt erhalten wirst.
  2. Betreibe aktives Netzwerken mit anderen Bloggern. Egal ob auf Messen, in sozialen Medien oder am Strand: wenn Du dich und deine inhaltliche Gewandtheit unter Beweis stellst, werden Blogger deine Inhalte entweder in ihren eigenen Kanälen bewerben oder dich sogar dauerhaft aus einem echten Artikel verlinken.
  3. Schreibe deine eigenen Artikel so tief und fundiert wie möglich. Erstklassiger Content wird verlinkt werden, ganz von selbst, darauf kannst Du dich verlassen. Ein Mittel dies stärker zu triggern ist der Einbau eigener Definitionen für bestimmte Themen, die nur über verteilte und stark voneinander abweichende Definitionen verfügen. Hier wird man dich dann ggf. von anderen Seiten als Quelle zitieren wollen, so man inhaltlich mit dir übereinstimmt.

Achte bei gezielt erwünschten Backlinks (vor allem bei Gastartikeln) darauf, dass der Link zu deiner Seite diesmal nicht mittels nofollow entwertet wird. Das würde deine Aufwände wertlos machen.

Wie kann ich prüfen, welche Backlinks ich habe?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für dich zu prüfen, ob Du über Backlinks verfügst und welche das sind. Im Wesentlichen lassen sich hier drei Varianten unterscheiden.

Möglichkeit 1: Google direkt abfragen

Ein sehr einfacher, aber auch sehr unpräziser Weg ist folgende Eingabe in Google:

link:DeineDomain.tld -site:DeineDomain.tld

Das “DeineDomain.tld” ersetzt Du durch deine eigene Domain. Hiermit weist Du Google an, die Links deiner Webseite aufzulisten und dabei die internen Links deiner Webseite zu ignorieren.

Doch Du wirst leider schnell feststellen, dass diese Ergebnisse auch viele Einträge beinhalten, die keinen echten Backlink darstellen, sondern sich in der Schreibweise nur mit dir ähneln.

Möglichkeit 2: Spezielle Backlink-Tools nutzen

Folgende Tools tracken Backlinks gezielt:

  1. https://monitorbacklinks.com (ab 25 $ monatlich)
  2. https://de.semrush.com (ab 99,95 $ monatlich)
  3. https://ahrefs.com (ab 99 $ monatlich)
  4. https://www.sistrix.de (ab 100 € monatlich)
  5. https://www.xovi.de (ab 99 € monatlich)
  6. und viele mehr, mit ähnlichen Preisen

Diese Tools sind meist Bestandteil großer SEO-Suiten für professionelle Agenturen oder Anbieter mit Domains wie ebay.de und anderen. Du wirst diese Tools selten benötigen, sie sind aber ein genauerer Weg zum Tracken deiner Backlinks als Google selbst.

Möglichkeit 3: SERPBOT Backlink Checker nutzen

Unser eigenes Tool ist eine Mischform der zwei oben genannten Möglichkeiten. Wir konzentrieren uns auf den Google-eigenen Index und filtern die Einträge um die Existenz eines realen Backlinks. So klammern wir überflüssige Einträge heraus und erhöhen die Qualität der Ergebnisse.

Der SERPBOT Backlink Checker ist Bestandteil unseres regulären Pro-Abonnements mit 17,00 EUR monatlich.

Was, wenn ich einen bestimmten Backlink von einer Seite gar nicht haben möchte?

Das ist eine sehr wichtige Frage. Denn Du kannst durch Spam- und andere Seiten mit negativer Web-Präsenz tatsächlich Nachteile im Ranking erfahren, sobald sie dich verlinken. Hierfür gibt es jedoch das Google Disavow-Tool. Mit ihm kannst Du bestimmte Seiten, die Du in einem Backlink-Tool gefunden hast, gegenüber Google verleugnen. Sie wirken sich somit nicht mehr negativ auf dein Ranking aus.

Doch Vorsicht: wenn Du dir nicht sicher bist, solltest Du einen Link lieber nicht entwerten. Denn Du kannst dir mit der Entfernung eines Links auch schaden, wenn er von einer Webseite kommt, die von Google positiv angesehen wird — selbst wenn Du das vielleicht nicht tust.

Das kleine Backlink-Fazit

Verlinkungen anderer Seiten zu deiner Seite sind für Suchmaschinen ein wichtiger Indikator für Relevanz und Autorität deiner Seite. Sie belegen die Beliebtheit deiner Inhalte bei thematisch verwandten Seiten. Du kannst den Aufbau von Backlinks fördern, indem Du dich vernetzt und Gastartikel veröffentlichst. Doch in erster Linie solltest Du erstklassigen Content veröffentlichen. Dieser wird in jedem Fall verlinkt werden. Hab Geduld.

Manche Backlinks können einen negativen Effekt auf dein Ranking haben. Solche kannst Du gegenüber Google verleugnen. Die Prüfung von Backlinks kann durch verschiedene Tools erfolgen. Gern kannst Du auch unser eigenes Tool nutzen. Wir wünschen dir viel Erfolg und viele organisch gewachsene Backlinks. Bleib dran! 🙂