Besonderheiten von Google-Suchanfragen für Ranking Checks

VonDr.-Ing. Erik Neitzel
Besonderheiten von Google-Suchanfragen für Ranking Checks

Die Arbeit der Suchmaschine beginnt nicht erst beim Abruf des Such-Algorithmus unter Verwendung eines Suchbegriffs. Google setzt die eingehende Suchanfrage vor der Ausgabe einer Ergebnisseite in einen ganz speziellen Kontext. Diesen Kontext liefert ebenfalls die Anfrage des Besuchers, doch hierbei geht es nicht nur um den Suchbegriff selbst, sondern um diverse verdeckt übergebene Parameter, über die wir hier einmal sprechen wollen.

Die Kopfzeilen des Browsers als angereicherte Anfrage

Vielleicht hast Du schon einmal von den sogenannten HTTP-Headern gehört. Sie gehören zu jeder Anfrage, die ein Client (dein Browser) an den Server (Google-Webserver) übergibt. Der Körper (Body) der Anfrage beinhaltet zwar beispielsweise den Suchbegriff, den Du absendest. Doch dein Browser sendet darüber hinaus eben noch mehr Informationen mit, über die wir gleich noch genauer sprechen werden.

Wir können auf Kontext-Ebene unterscheiden in folgende Header-Typen:

  • Request Header: Kopfzeilen, die zur Anfrage eines Clients/Browsers in Richtung Webserver gehören
  • Response Header: Kopfzeilen, die zur Antwort des Webservers in Richtung Client/Browser gehören
  • General Header: Kopfzeilen, die sowohl zu Anfragen als auch Antworten gehören, und keinen direkten Bezug zu den Daten im Body haben
  • Entity Header: Kopfzeilen, die konkreten Bezug zum Body der Anfrage haben (beispielsweise die Länge des Inhalts oder dessen Datentyp)

Es gibt viele weitere Unterscheidungskriterien von Headern, die für uns vorliegend nicht interessant sein sollen. Wichtig ist an dieser Stelle nur, dass es neben dem eigentlichen Inhalt deiner Anfrage in Richtung Google noch weitere Informationen gibt, die Du automatisch mit überträgst.

Ein Beispiel für einen HTTP-Request-Header:

Accept: text/html,application/xhtml+xml,application/xml;q=0.9,*/*;q=0.8
User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; rv:8.0) Gecko/20100101 Firefox/8.0
Accept-Language: de, en-US;q=0.9
Accept-Encoding: gzip,deflate
Accept-Charset: utf-8,ISO-8859-1;q=0.7,*;q=0.7
Keep-Alive: 300
Connection: keep-alive
Cache-Control: no-cache

Du kannst diese Inhalte zwar beeinflussen, doch in den meisten Fällen arbeiten sie ganz in deinem Sinne. Schauen wir uns nun einmal an, welche Kopfzeilen des Typs Request-Header für eine Google-Suche nun relevant sind, und welchen Einfluss dies auf die automatisierte Prüfung deiner Platzierungen aus SEO-Sicht hat.

Die Sprache der Suchanfrage

Der HTTP-Request-Header…

Accept-Language: de

…den dein Browser bei jeder Anfrage übermittelt, könnte beispielsweise auf „de“ stehen. Je nach Einstellung deines Browsers können auch mehrere Sprachen mit einer bestimmten bevorzugten Reihenfolge übergeben werden.

Google wiederum weiß um die Sprache einer jeden Webseite unter anderem über das HTML-Tag-Attribut „lang“, welches beispielsweise auf „de“ oder „en“ steht. Der Googlebot wertet diesen Wert beim Crawling der Webseite ebenso aus wie die tatsächliche Verwendung von Wörtern auf der jeweiligen Webseite.

Für deine Suche nutzt Google das Anfrage-Attribut deines HTTP-Request-Headers nun dafür, dir nur Webseiten als Ergebnis deiner Suche auszugeben, die mit deiner angefragten Sprache übereinstimmen.

Vereinfacht formuliert: Das „de“ deines Accept-Language-Request-Headers sollte zum „de“ des HTML-Tag-Attributs „lang“ der Webseite passen, die Du von Google vorgeschlagen bekommst.

Würdest Du eine andere Browser-Einstellung wählen, hättest Du potenziell andere Suchergebnisse. Hier siehst Du schon, dass Du trotz Eingabe ein und des selben Keywords, völlig unterschiedliche Such-Ergebnisse erhalten kannst.

Der User-Agent deiner Anfrage

Ganz wie es sich mit der Sprache deiner Google-Suchanfrage verhält, läuft es auch mit dem Request-Header „User-Agent“ ab. Er könnte beispielsweise folgende Werte annehmen:

  • „Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/42.0.2311.135 Safari/537.36 Edge/12.246“
  • „Mozilla/5.0 (Macintosh; Intel Mac OS X 10_12_6) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/72.0.3626.119 Safari/537.36“
  • „Mozilla/5.0 (Macintosh; Intel Mac OS X 10.12; rv:65.0) Gecko/20100101 Firefox/65.0“

Du siehst hieran, wie mächtig allein dieser Header-Wert ist. Er beinhaltet dein Betriebssystem, die Kernelversion, den verwendeten Browser und die Browser-Version. Das wiederum gibt automatisch Rückschluss darauf, ob Du einen stationären Computer oder ein Mobilgerät verwendest.

Sonderfall Mobilgeräte im User-Agent

Der Header könnte auch folgende Werte annehmen:

  • „Mozilla/5.0 (Linux; Android 7.0; Pixel C Build/NRD90M; wv) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Version/4.0 Chrome/52.0.2743.98 Safari/537.36″
  • „Mozilla/5.0 (Windows Phone 10.0; Android 6.0.1; Microsoft; RM-1152) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/52.0.2743.116 Mobile Safari/537.36 Edge/15.15254″
  • „Mozilla/5.0 (iPhone; CPU iPhone OS 12_0 like Mac OS X) AppleWebKit/605.1.15 (KHTML, like Gecko) Version/12.0 Mobile/15E148 Safari/604.1″

Auch diese Kopfzeilen-Werte nutzt Google nun für die Aufbereitung deiner Suchergebnisse, um dir möglichst passende Ergebnisse zusammen zu stellen.

Im Falle der Verwendung eines Mobilgeräts wirst Du bevorzugt Seiten erhalten, die von Google eine bessere Bewertung für Performance und Mobiloptimierung erhalten haben. Andere Ranking-Faktoren werden, selbst bei einer für gute Rankings optimierten Webseite, bei besserer Eignung für mobile Auslieferung dann unter Umständen weniger stark beachtet.

Accept-Encoding-Policies

Auch werden unter Umständen Webseiten bevorzugt, dessen Webserver dem Googlebot beim letzten Crawling im HTTP-Response-Header mit einer Accept-Encoding-Policy geantwortet haben, die komprimierte Übertragung ermöglicht.

Accept-Encoding: gzip,compress,deflate,br

Das schont das Datenvolumen von Mobilgeräten während des Downloads der Webseite und erhöht so die Zufriedenheit des Nutzers mit dem von Google vorgeschlagenen Suchergebnis. Eine Liste mit von Googlebots angefragten HTTP-Response-Headern kannst Du hier einsehen.

Versteckte Anreicherung von Suchanfragen

Deine eigenen HTTP-Request-Header lassen sich über die Verwendung des Gerätes und/oder des Browsers oder über die Einstellungen deines Browsers verändern. Doch es findet Google-seitig auch eine Anreicherung deiner Anfragen außerhalb deiner Request-Header statt. Attribute, die hier mit hinein spielen, sind beispielsweise:

  • das Land deiner Anfrage (von Google beispielsweise erhalten über deine IP-Adresse, die Du über ein VPN oder Proxy-Server ändern könntest)
  • deine zuletzt gesuchten Keywords (von Google beispielsweise erhalten über das Auslesen von Google-eigenen Cookies, für die Du deinen Browser-Cache zurücksetzen könntest)
  • dein eingeloggter Nutzer (beispielsweise dein gmail-Account)

Es gibt durchaus noch weitere Attribute, die Google bei der Auslieferung von Suchergebnissen zu rate zieht. Du siehst bis hier hin aber bereits, dass nicht nur dein Suchbegriff für Google interessant ist, um dir passende Webseiten vorzuschlagen.

Was bedeutet dies aus SEO-Sicht für die SERP-Prüfung?

Bis hier hin können wir festhalten: neben dem Suchbegriff werden Google-seitig eine Vielzahl weiterer Kriterien berücksichtigt, um die Relevanz bestimmter Webseiten zu erhöhen oder zu verringern, während die Suchergebnis-Seiten zusammengestellt werden. Das ist auch zu erwarten, da Google selbstverständlich darauf bedacht ist, jeden Nutzer bestmöglich zu verstehen, bevor ihm eine Webseite vorgeschlagen wird. Ein Keyword allein reicht hierfür nicht aus.

Viele SEO-Tools, darunter auch SERP Checker, berücksichtigen die vorgenannten Kriterien nicht oder nur unzureichend. Das ist oft dem Umstand geschuldet, ein möglichst performantes Tool zur Verfügung stellen zu wollen. Möchte man so viele Platzierungen wie möglich checken, nutzt man schnell weltweite Proxy-Server, um die Last der Anfragen möglichst breit zu verteilen. Auch wird auf die Verwendung der HTTP-Request-Header meist wenig Wert gelegt.

Eine solider Google Ranking Check sollte stets nah an jenen Parametern operieren, die auch vom potenziellen Besucher erwartet werden. Für eine deutsche Webseite bedeutet dies die Optimierung des SERP-Checkers für Anfragen aus Deutschland sowie mit User-Agents im HTTP-Request-Header, die auch für denjenigen gelten, den man als Besucher gewinnen möchte. Die Nutzung der meisten (auch in Deutschland basierten) Proxy-Server scheidet hierbei selbstverständlich automatisch aus.

Mit unserem SERPBOT bieten wir langjähriges Know-how in der Abfrage von Google-Platzierungen für Suchbegriffe aus Sicht deutschsprachiger Besucher. So ist sichergestellt, dass die erhaltenen Rankings tatsächlich mit dem übereinstimmen, was ein vergleichbarer Nutzer erhalten würde.

Wir hoffen dir mit dieser Übersicht eine Hilfe dahingehend zu sein, dass deine eigenen Ranking-Checks repräsentativ bleiben und stehen dir mit unserem kostenfreien Google Keyword Ranking Tool auch gern direkt zur Seite.

Folgende Möglichkeiten stehen dir zur Nutzung des Tools zur Verfügung:

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