Google-Updates aus SEO-Sicht — Fluch oder Segen?

blank VonDr.-Ing. Erik Neitzel
Google-Updates aus SEO-Sicht — Fluch oder Segen?

Updates des Google-Algorithmus bewirken potenziell starke Veränderungen auf SEO-optimierten Blogs und Webseiten. Ob das nun gut oder schlecht für dich als SEO ist, hängt ganz vom Zustand deiner Webseite ab. Doch klären wir zunächst, worum es hier überhaupt geht.

Was ist ein Google Update?

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Google sogenannte “Core Updates”. Das sind Verfeinerungen jenes Algorithmus, der das Ranking des Webs für bestimmte Suchbegriffe bestimmt. Diese Verfeinerungen basieren auf der ständigen Qualitätskontrolle der Such-Ergebnisse, die Google permanent selbst durchführt. Auch adressieren sie die sich ständig verändernden Anforderungen des modernen Webs — beispielsweise die zunehmende Wichtigkeit der Optimierung von Webseiten für Mobilgeräte oder sich ändernde Datenschutz-Anforderungen.

Google Updates

Welche Art Google Updates gibt es?

Mögliche Google-Updates sind:

  • Permanente Updates: Tägliche Updates, die der Erhöhung der allgemeinen Suchqualität dienen
  • Updates bzgl. technischer Anforderungen: Updates, die die Optimierung einer Webseite für Mobilgeräte, Geschwindigkeit, Sicherheit (SSL) und ähnliches adressieren
  • Updates bzgl. rechtlicher Anforderungen: Updates, die der Konformität von Webseiten bestimmter Länder mit der aktuellen Rechtssprechung dienen (Stichwort DSGVO)
  • Updates bzgl. der Semantik von Suchanfragen: beispielsweise zur Unterscheidung allgemeiner vs. lokaler Suchanfragen (Restaurants, Tankstellen, etc.)
  • Updates zur Erkennung von Manipulationen: beispielsweise zur Verringerung der Rankings von Webseiten mit unnatürlichem Backlink-Profil

Neben diesen Kern-Updates, die Webseiten aller Gattungen und Themenfelder betreffen, gibt es auch themenbezogene Updates, die sich auf Webseiten ganz konkreter Industrien und/oder Themen konzentrieren. Unabhängig davon, welche Art Webseite diese Updates jeweils verstärkt betreffen: früher oder später wirst Du die Auswirkungen eines Google Updates spüren.

Was sind konkrete Google Updates der letzten Jahre?

Die zuvor genannten Arten von Google Updates finden sich in der Update-Historie von Google wieder:

  1. 2011 – Panda Update: Erkennung minderwertigen Contents mit geringer Nutzer-Akzeptanz
  2. 2012 – Penguin Update: Erkennung von Manipulationen des Backlink-Profils von Webseiten
  3. 2013 – Hummingbird Update: Semantisches Update zur Berücksichtigung der Suchintention des Nutzers
  4. 2014 – Pigeon Update: Berücksichtigung des Standortes des Nutzers bei Auslieferung von Suchergebnis-Seiten
  5. 2015 – Mobile Update: Unterscheidung von Desktop- und Mobilversion einer Webseite
  6. 2018 – Medic Update: Update zur kritischeren Bewertung von Webseiten “Your Money Your Life” (YMYL)-Inhalten
  7. 2019 – BERT Update: Update zur besseren Erkennung natürlicher Sprachen (optimiertes semantisches Verständnis von Anfragen)
  8. 2020 – May 2020 Core Update: Stärkeres Augenmerk auf “Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness” (EAT), wohl vorrangig in Bezug auf die Aussonderung von Webseiten, die falsche medizinische Informationen im Rahmen der Corona-Krise weitergeben

Wir wissen nie genau was die jeweiligen Updates zum Inhalt haben. Auch ist diese Liste keineswegs vollständig. Sie gibt jedoch einen Eindruck darüber, wie Google arbeitet. Das folgende Video kann dir einen Eindruck vermitteln, was Google mit dem jüngsten Update aus 2020 bezweckte.

 

Sind Google-Updates gut oder schlecht?

Um die Frage zu beantworten, ob Du Freund oder Feind von Google Updates seins solltest, stellt sich zunächst die Frage der Perspektive.

Aus Sicht eines Anwenders, sprich desjenigen, der Suchbegriffe in eine Suchmaschine eingibt und dazu passende Ergebnisse erwartet, sind Google Updates in der Regel gut. Schließlich ist dies auch genau das Ziel der Feinjustierung des Algorithmus, das Google erreichen möchte.

Aus Sicht eines SEOs, kann sich ein Google Update wiederum sowohl vor- als auch nachteilig äußern. Frag dich daher: welche Methoden nutzt Du als SEO, um deine Webseite gegenüber Google voran zu bringen?

Die Frage ist: wie viel Manipulator steckt in dir als SEO?

Hast Du in der Vergangenheit viel Augenmerk auf die (selbst verursachte) Erhöhung deiner Backlinks gelegt, Links eingekauft und/oder deinem Content nur soviel Aufmerksamkeit geschenkt wie zwingend nötig war, wirst Du von einem Google Update kaum profitieren. Genau solche Seiten möchten diese Algorithmus-Optimierungen erkennen und ihnen künftig weniger Traffic zukommen lassen als anderen, nutzerzentrierteren Seiten.

Wenn Du als SEO hingegen deinen Content in den Vordergrund gerückt, rechtliche Notwendigkeiten beachtet, deinen Blog oder deine Webseite für verschiedene Geräte optimiert und den Backlink-Aufbau organisch hast passieren lassen, kannst Du auf kurz oder lang von sämtlichen Google Updates nur profitieren.

Wer oder was steht für dich im Zentrum deines SEO-Universums?

Um vor künftigen Google Updates keine Angst haben zu müssen, sondern dich im Gegenteil darauf freuen zu können, darfst Du dich auf möglichst ehrliche Weise fragen: wen stellst Du in den Mittelpunkt — deine Traffic-Ziele oder deine Besucher?

Erinnere dich: Google hat kein Interesse daran, dir möglichst viel oder möglichst wenig Traffic zukommen zu lassen. Google möchte schlichtweg sicherstellen, dass der Nutzer genau die Webseiten vorgeschlagen bekommt, die zu seiner Suchanfrage passen. Es ist also immer nur die Frage, welchem Besucher kannst Du am meisten dienen, und wie genau kannst Du diesen Nutzen sicherstellen?

Ein für dich passender Besucher sollte im Zentrum deiner SEO-Aufwände stehen. Dann ist jedes Google Update dein bester Freund.

Google belohnt daher implizit eine solide SEO-Methodik und die Schöpfung hochwertiger Webseiten.

Das Google Update-Fazit

Was wir als SEOs als Google Update kennen sind natürliche Iterationen der Reifung einer Suchmaschine. Sie sind das technische Äquivalent für das was die Natur als natürliche Mutationen vorhält, um sich der Umgebung bestmöglich anzupassen.

Frage dich möglichst nie, wie Du die aktuellen Änderungen des Algorithmus bestmöglich ausnutzen kannst. Frage dich stattdessen, was Du dir als Nutzer auf und von deiner eigenen Webseite am ehesten wünschen würdest, und wie sehr Du diese Anforderungen bereits erfüllst. Tust Du das nicht: Optimiere deine Webseite entsprechend. Das nächste Google Update wird es dir danken.

Über den Autor

blank

Dr.-Ing. Erik Neitzel